Dezentrale/Integrative Erziehungshilfe

Zu Schuljahresbeginn 2002/2003 wurde das Konzept zur Betreuung, Unterstützung und Beschulung für Kinder und Jugendliche mit festgestelltem Erziehungshilfebedarf bzw. sonderpädagogischen Förderbedarf an weiterführenden Schulen im Odenwaldkreis verändert. Die Kinder und Jugendlichen der Klassen 5 – 10 wurden nicht mehr in speziellen Klassen zusammengefasst, sondern blieben in ihren Standortschulen. Angestrebt wurde, die Schülerinnen und Schüler in ihren Regelklassen zu belassen, sie „vor Ort“ zu unterstützen und zu (re-)integrieren.

In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Odenwaldkreises und der Schule begann der OVBuK/die Lernstubb Odenwald im Dezember 2003 mit Maßnahmen der „Integrativen Erziehungshilfe“ in Form von „Sozialer Gruppenarbeit“ an der Schule am Sportpark in Erbach. Im September 2007 folgten weitere Maßnahmen an der Georg-August-Zinn-Schule in Reichelsheim und der Oberzent-Schule in Beerfelden.

Die Durchführung bzw. die unmittelbare Arbeit mit den Jugendlichen erfolgt in Absprache mit der jeweiligen Schule und verläuft – je nach Möglichkeiten und Bedarf – unterschiedlich. Die soziale Gruppenarbeit erfolgt hier nicht durch die regelhafte Zusammenfassung der zu betreuenden Jugendlichen zu einer festen Gruppe – wie in der „Schulsozialarbeit in festen Gruppen“ -, sondern zum Teil innerhalb des Klassenverbandes, in AGs, in Projekten, durch soziales Training etc.

Zentrales Ziel der „Dezentralen/Integrativen Erziehungshilfe“ ist es, durch ambulante Maßnahmen, Unterstützung und entsprechende Angebote den Kindern und Jugendlichen innerhalb ihrer Schule sowie ihres angestammten Sozialraumes bei der Überwindung ihrer Verhaltensprobleme und Entwicklungsschwierigkeiten zu helfen, um einen Verbleib im Regelschulsystem bzw. in ihrem Klassenverband und in ihrer Familie zu ermöglichen.

 

Projektbeginn

– 12/2003 Schule am Sportpark in Erbach

– 09/2007 Georg-August-Zinn-Schule in Reichesheim

– 09/2007 Oberzent-Schule in Beerfelden

 

Kooperationspartner

  • jeweilige Schulen
  • Mitarbeiter/Teams der allgemeinen Schulsozialarbeit
  • Jugendamt/Allgmeiner Sozialer Dienst
  • (Schul-)Sozialarbeiter/innen der Städte/Gemeinden
  • Zentrum Brückenschule – Förderschule für Erziehungshilfe und Kranke des Odenwaldkreises, Erbach
  • Staatliches Schulamt (SSA)

 

Zusammenarbeit und Kontakte

  • Schulen, Lehrerinnen, Lehrer und Eltern
  • Beratungsstellen (Erziehungsberatungsstelle, Kinderpsychiatrische Ambulanz etc.)
  • weitere beteiligte Fachinstitutionen, je nach Bedarf

 

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Schüler/innen der Klassen 5 – 9/(10) der jeweiligen Schule mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf sowie Erziehungshilfebedarf im Sinne der Jugendhilfe

Angebote, Inhalte und Zielsetzungen

  • intensive sozialpädagogische Betreuung und Begleitung, auch Einzelfall- hilfen, unter Einbeziehung des sozialen und familiären Umfelds, intensive Elternarbeit
  • Abbau von Verhaltensauffälligkeiten und Hilfe bei Entwicklungsschwierigkeiten
  • Förderung schulischer Entwicklungsprozesse zur (Re-)Integration in Lerngruppen
  • Förderung im emotionalen und sozialen Bereich, Integration in Gruppenzusammenhänge
  • Hilfe/Begleitung nach Heimrückführung
  • soziale Gruppenarbeit, Einzelbetreuung/-förderung, Möglichkeiten zur Erledigung der Hausaufgaben, Arbeitsorganisation, Lernmotivation
  • spielerische und kreative Angebote, gemeinsame Unternehmungen und Veranstaltungen sowie übergreifende Projekte, z.B. zu Gewaltprävention, Streitschlichtung etc.